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Arbeitest du noch oder influencerst du schon?

von Asli Aslan

Bereits in meinem letzten Blogbeitrag tauchte ich in die bunte «Corporate»-Welt ein. Im vergangenen Jahr startete ich meine ersten Versuche als Nano-Influencerin und verknüpfte daher meinen privaten Content mit meiner Arbeit und der Agentur. Der Begriff «Corporate Influencer» mag einigen noch unbekannt sein, doch ist diese Form der Kommunikation eigentlich nichts Neues mehr. In den letzten Jahren wurde sie bereits vermehrt von Firmen eingesetzt – Tendenz steigend.

Was bitteschön ist ein Corporate Influencer?  Mitarbeitende kommen in dieser Funktion als Botschafter des Unternehmens zur Geltung. Vor allem auf den eigenen Social-Media-Kanälen teilen die Angestellten Inhalte von ihren Arbeitgebenden oder Unternehmen. Dabei stellt sich die Frage: Wie weit können, sollen und dürfen Unternehmen gehen, um ihre Mitarbeitenden als Botschafter aufzubauen? Nun: Was früher Tischler Hans in einer Schreinerei fertigte, präsentierte er möglicherweise in einem Atelier. Heute findet das Ganze in einem etwas anderen Kontext in Form von Influencer Marketing auf den sozialen Medien statt. Die Mitarbeitenden werden gezielt als Markenbotschafter des jeweiligen Unternehmens eingesetzt. Das Posten findet aber auch ausserhalb der Arbeitszeiten statt – natürlich immer mit Bezug zum Unternehmen oder zur Arbeit. Deswegen verfassen immer mehr Arbeitgebende ihre eigenen Social-Media-Guides.

Mitarbeitende als Testimonial? Genau – denn sie wirken bei manchen Konsumentinnen und Konsumenten glaubwürdiger und authentischer als eine Berühmtheit. Wenn die Kassiererin ihr Lieblingsprodukt empfiehlt, erzielt dies eine andere, positivere Wirkung als wenn dies ein Instagrammer mit tausenden von Followern tut. Zu dieser Erkenntnis gelangen immer mehr Firmen. Mittlerweile werden sogar interne Schulungen und Förderprogramme entwickelt, um sich in diesem Bereich einzubringen. Letzten Monat veranstaltete Kuble einen Event speziell rund um das Thema. Referenten verschiedener Unternehmen schilderten ihre Erfahrungen und Vorgehensweisen, wie sie ihre privaten Social-Media-Kanäle zusammen mit der Tätigkeit oder Arbeitsstelle verknüpfen.

Und jetzt? Nun ja, viele mögen es für einen rasch vergänglichen «PR-Gag» halten. Dies wird sich aber vermutlich erst in der Zukunft herausstellen. Schlussendlich ist es so, dass nicht jede Firma Corporate Influencer braucht oder besser gesagt: Nicht alle möchten den Trend auch mitmachen. Falls doch: Damit der Start gelingt, empfehle ich, auf die folgenden fünf Punkte zu achten:

  • 1. Planung: Was können wir nebst der Arbeit auch privat zeigen?
  • 2. Innovation: Welche kreativen Geschichten interessieren die Community?
  • 3. Content: Wer ist meine Zielgruppe und was poste ich?
  • 4. Community Management: Wie agiere ich mit meinen Followern?
  • 5. Mehrwert: Welchen Nutzen bringt mein Inhalt im Vergleich zu den Mitbewerbern?
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