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Die Kunst des schnellen Reisens

von Nina Rafaniello

15 kurze GIF-Animationen feiern den Shinkansen. Fernwehgeplagte oder Pendel-Frustrierte können zumindest via Bildschirm ins Land der aufgehenden Sonne und des ikonischen Hochgeschwindigkeitszuges reisen.

Wer schon mal in Japan mit dem Shinkansen unterwegs war, kommt ums Schwärmen nicht herum: Diese Technik! Diese Pünktlichkeit! Diese Ordnung! Diese Sauberkeit! Dieser Duft von frischgebackenen Melon-Pans morgens in den Unterführungen! Und überhaupt das überwältigende Verpflegungsangebot an den Bahnhöfen! (Sogar am Gleis kann man in einer kleinen Suppenküche Ramen schlürfen.)

Zurück in der Schweiz packt Japanreisende die Sehnsucht nach dieser perfektionierten Form der Fortbewegung. Mehr noch, die absurd vielen Regeln werden vermisst: In Japan rennen nur Verrückte zum Zug, Taschen und Rucksäcke werden mit einer Selbstverständlichkeit, von der man hier nur träumen kann, auf dem Schoss oder in den dafür vorgesehenen Ablagen verstaut und wenn ein Waggon mit Ruhezone angeschrieben ist, dann herrscht: Stille.

So erstaunt es nicht, dass sich die Liebe zum Shinkansen nun in einem Kunstprojekt offenbart: Für «The Art of Shinkansen» lud die japanische Bahngesellschaft JR Central 15 internationale und japanische Künstler ein, dem Hochgeschwindigkeitszug eine GIF-Animation zu widmen. Jedes animierte Kunstwerk erzählt von einem anderen Aspekt: Etwa von der schnellen und effizienten Wartung der Gleise über Nacht, von den vielfältigen Landschaften, die am Zugfenster vorbeifliegen, oder vom bunten Bento-Box-Angebot in den Bahnhöfen.

Zu allen 15 GIFs geht es hier entlang http://beingjapan.jp/special/jrc/

P.S.: Japanische Kunst animiert auch auf einer anderen Bahn: Mit der Animé-Figur Nozomi, trifft «Cool Japan» auf die Rhätische Bahn. Der Einsatz des Bahnmaskottchens aus dem Shinkansen-Land ist eine Premiere im Schweizer Tourismus und fördert den interkulturellen Transfer zwischen den beiden Bahnnationen. Mehr Infos zu Nozomi

Auch dank Nozomi sind die Japanerinnen und Japaner ganz verrückt nach der grössten Alpenbahn der Schweiz: Kaum eine andere Bahn fasziniert wie die Rhätische Bahn: Die Albula- und Berninalinie gehören mit ihren bautechnischen Meisterwerken wie dem Landwasserviadukt bei Filisur oder den Kehrtunnels bei Preda sowie der harmonischen Einbettung in die Natur zum UNESCO Welterbe – seit nunmehr zehn Jahren. Mehr Infos zu den Jubiläumsaktivitäten

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