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Einfach nur ein Arbeitsweg?

von Christian Schoch

Einsteigen und los geht’s – Tag für Tag pendeln rund 3.9 Millionen Schweizer zu ihrem Arbeitsort. Durchschnittlich legt der Pendler pro Arbeitsweg (genauer genommen: ein Hinweg) 14.8 Kilometer zurück und benötigt dafür 30 Minuten. Ob mit öV, Auto, zu Fuss oder mit dem Velo. Übrigens: Hauptverkehrsmittel ist immer noch das Auto (52% sind auto-mobil), auch wenn die Schweiz als öV-Land schlechthin gilt.

So ein Arbeitsweg kann wohl ganz schön langweilig sein, jeden Tag die selbe Strecke, Stau an der gleichen Kreuzung und dieselben Gesichter im Zug. Doch so eine Pendlerstrecke kann auch ganz viel bewirken: Unzählige Liebesgeschichten nahmen hier ihren Lauf, man begegnet alten Freunden. Oder der Zugausfall zwingt einem, sich ein wenig mehr Zeit für sich zu nehmen.

Vorbei an blühenden Sonnenblumenfeldern, kristallklaren Seen oder saftig grünen Wiesen – diese Momente des Pendelns sind mehr als erwähnenswert. Tatsächlich ist der Arbeitsweg für mich auch eine Inspiration – ob nun für private oder geschäftliche Belange. Gedankenlos steig ich in den Zug und geniesse den Weitblick in die Berge, welcher mir neue Motivation für die nächste Wanderung liefert. Ein vertiefter Blick über die Wogen des Zürichsees bringt meine Gedanken zum Fliessen.

Hätte ich also diese Pendlerstrecke nicht täglich vor mir, würde mir wohl diese vermeintlich «gedankenlose Zeit» fehlen. Denn was gibt es Schöneres, als nach dem Erwachen aus dem Tiefschlaf zu wissen, dass man nochmals einige Minuten für sich hat. Und erst recht gilt das für den Nachhauseweg: Da bleibt Raum (vorausgesetzt, man sitzt…), in seiner Welt den Tag Revue passieren lassen.

Mein Tipp: Versuchen Sie Ihren digitalen Begleiter gar nicht erst zu beachten, sondern setzen Sie sich ganz einfach an einen Fensterplatz und nehmen Sie sich Zeit für sich, für Inspiration – oder auch mal für ein Buch. Das ist Spannung und Entspannung zugleich.

Meine persönlichen Pendler-Rituale

  • Meine momentane Pendler-Lektüre: 20 Minuten (morgens), «Flucht aus Lager 14 » von Blaine Harden (abends)
  • Mein Pendlergetränk für die Heimfahrt: Rivella rot – erfrischt und aktiviert
  • Meine Pendlermusik: Morning Chill (Spotify Playlist)
  • Meine Pendler-Meditation: Blick in die Ferne (am liebsten auf den Zürisee) – und schon vergisst man die Welt um sich
  • Meine Pendlerstrecke: vom Linthgebiet zum Schaffhauserplatz Zürich, zweimal 76 Minuten / Tag
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