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Höhere Fachschule für Tourismus: eine Woche – fünf Projekte

von Roman Bärtschi

Eine Woche mit dem Studium nach Zermatt. Während Zeiten von Homeschooling eine willkommene Abwechslung. An der Höheren Fachschule für Tourismus Zürich (IST) wird Praxisnähe grossgeschrieben. Deshalb ist das Kennenlernen einer touristischen Destination und den dazugehörigen Leistungsträgern für jede Klasse ein Muss.

Auf unserem Weg zu eidg. dipl. Tourismusfachmännern und -frauen hatten wir, die Studierenden der berufsbegleitenden Klasse im vierten Semester, das Privileg, eine Woche in einer der wohl bekanntesten Feriendestinationen der Schweiz zu verbringen: Zermatt.

Zusammen mit meinen beiden Kolleginnen Fabienne Krähenbühl, Reise-Expertin bei TUI, und Ladina Oechslin, MICE Account Manager bei Swiss Sales, durfte ich die Projektwoche als Gesamtleitung begleiten. Eine sehr spannende Aufgabe für uns, da wir so die Möglichkeit hatten, die direkten Kontakte zu Zermatt Tourismus zu pflegen, einen Einblick in alle zu bearbeitenden Themen erhielten und als Bindeglied zwischen Teilprojekten, Auftraggeber und unserer Dozentin Nicole Diermeier die gesamte Projektwoche mitorganisierten.

Mit viel Unterstützung durch eine erfolgreiche Woche

Grosse Unterstützung für ein produktives Arbeiten erhielten wir von Zermatt Tourismus, unserem Auftraggeber, mit dem wir während der Entwicklung der Projekte eng zusammenarbeiteten. Für das kulinarische Wohl und eine erstklassige Beherbergung sorgte das Romantik Hotel Julen, in dem wir vier Nächte verbringen durften und exzellente Fünf-Gänge-Abendessen genossen. Dank der vielseitigen Auswahl von Freizeitaktivitäten, die der Outdoor-Anbieter Zermatters sponserte, erlebten wir das touristische Angebot Zermatts hautnah und konnten noch besser in die Destination eintauchen.

Grosses Engagement und klare Zielvorgaben

Mit dem Ziel, fünf unterschiedliche Teilprojekte zu bearbeiten, reisten wir also dem Matterhorn entgegen. Unter dem Projekttitel «Digitale Customer-Journey» sollte herausgefunden werden, wo entlang der Customer-Journey noch Optimierungspotenzial besteht. Zudem wollten wir aufzeigen, welcher konkrete Nutzen für den Gast durch die Digitalisierung entsteht.

Wie das Wandern der Zukunft aussieht, bearbeitete die Projektgruppe «Wanderexperience». Dabei wurden die Fragen gestellt, ob Themenwege noch zeitgemäss sind, das Mobiltelefon mehr miteinbezogen werden sollte oder wie Augmented und Virtual Reality mit Wandern kombiniert werden könnte.

Die Entwicklung der Events in Zermatt wurde anhand folgender Zielvorgaben vorangetrieben: Die bestehenden Events nach den strategisch vorgegebenen Kriterien zu beurteilen und aufzuzeigen, wo noch Lücken und vor allem Potenzial bestehen.

Die Projektgruppe «Bike Zermatt» hatte das Ziel, den aktuellen Biker, der sich in Zermatt bewegt, besser kennenzulernen. Zudem sollte untersucht werden, wo sich im gesamten Bikemarkt das grösste Wachstumspotenzial befindet, das Zermatt neue Gäste aus der angestrebten Zielgruppe bringen kann.

Das letzte der fünf Projektthemen befasste sich mit der Saisonverlängerung vor dem Winter. Hier sollten Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie die Auslastung während der genannten Zeit gesteigert werden kann. Es wurde eine spezifische Zielgruppe herausgearbeitet, die für das «vorsaisonale» Skierlebnis affiner ist, und analysiert, wie diese Gruppe erreicht werden kann.

Viele Arbeiten wie Desk Research, Untersuchung von Best-Practice-Beispielen oder auch einzelne Interviews konnten die Projektgruppen bereits vor der Woche in Zermatt durchführen. Angekommen im Wallis wurden bestehende Prozesse durchgespielt, Bedürfnisse bei den Leistungsträgern abgeklärt, Möglichkeiten von neuen Angeboten oder Produkten mit lokalen Unternehmen besprochen oder Online-Umfragen aufbereitet und durchgeführt.

Aus diesem grossen Engagement der Studierenden und vielen investierten Arbeitsstunden sind in dieser einen Woche am Fusse des Matterhorns zahlreiche unkonventionelle, neue Ansätze und Ideen entstanden. Die neuen Vorschläge, Kritikpunkte und Angebotsentwicklungen wurden als Höhepunkt der Woche am Freitag einem Gremium aus Zermatter Tourismus-Experten präsentiert.

Fazit

Eine Woche in Zermatt hat vielversprechende Ergebnisse der einzelnen Projektarbeiten hervorgebracht. Allgemeines Lob und Begeisterung von Auftraggeber und Leistungsträger bestätigen die Wichtigkeit und den Nutzen praxisnaher Aus- und Weiterbildung. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit Zermatt Tourismus unter Kurdirektor Daniel Luggen, Hotelier und Direktor von Zermatt Tourismus Paul-Marc Julen sowie Beat Wälti, CEO von Zermatters, war diese Woche ein voller Erfolg.

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