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Homeoffice@Christian Schoch: Was unbedingt auf meinem Schreibtisch stehen muss.

von Christian Schoch

Kleiner Kreis mit grosser Wirkung

Nun ja, schon bald seit einem Jahr sitze ich regelmässig im Homeoffice. Wer hätte das gedacht?! Während dieser Zeit entwickelte ich so gewisse Angewohnheiten… Man könnte es auch Rituale nennen. Andere sagen: Marotten. Aber haben wir das nicht alle? Und so geht’s: Der Laptop leicht erhöht, rechtsbündig auf dem Tisch, die Tastatur und die Maus – das ist wohl die Grundlage für alle. Und dann? Für mich gehört beim Arbeiten immer die Kaffeetasse dazu: Gefühlt ist sie immer mit einer schwarzen Brühe gefüllt – für sie habe ich einen ganz besonderen Platz reserviert: den CLUB BEER-Untersetzer.

Die Reise dieses Untersetzers beginnt in der Brauerei des Nationalbiers von Liberia. Im Jahr 2019 reiste ich erstmals dorthin. Das westafrikanische Land steht bei meiner Tätigkeit als Kassier für die Spendenorganisation «Run For» ganz oben auf der Liste. Jährlich begibt sich eine Delegation unserer Freiwilligen-Organisation ins tropische Land, um die Fortschritte der Projekte zu prüfen und um neue Kontakte zu knüpfen. Dies ist aber eine andere Geschichte.

Zurück zum Untersetzer: Beim Besuch unserer Projektpartner in Liberia haben wir nämlich das Glück, jeweils auf dem Areal der Brauerei «Club Beer» mitten in der Hauptstadt Monrovia wohnen zu dürfen – in einer kleinen Bubble gewissermassen. Dort lebt auch der Schweizer Christoph, der im gleichen Dorf wie ich aufgewachsen ist, und hält in der Brauerei die Fäden zusammen. Während dem Rundgang durch den Betrieb erhielt jeder von uns ein Set der Club Beer-Untersetzer geschenkt. Ohne weiter nachzudenken nahm ich diese an mich.

Wer hätte damals geahnt, was im 2020/21 auf uns zukommen würde? Und wer hätte geahnt, dass dieses Give-Away einer meiner wichtigsten Begleiter in meiner Homeoffice-Zeit werden sollte? Einige der Untersetzer benötigte ich bereits vor Ort in Liberia – denn das Bier schmeckte dort besonders gut: leicht, fruchtig und erfrischend. Zurück in der Schweiz stehen die Untersetzer unterdessen nun für einen anderen Zweck im Einsatz: für den Kafi im Homeoffice.

Hauptsächlich sind sie aber auch ein Andenken an eine meiner letzten Reisen. In meinen Pausen reise ich mit meinen Gedanken oft in ein Land, das schwer beschädigt ist. Es erinnert mich daran, dass selbst die schlimmsten Tiefs vorübergehen und dass auch wieder ein Hoch folgen kann – die Frage lautet nur wie. In Liberia sind die meisten Menschen aufgestellt, fröhlich und lebensfroh – auch nach schwerem Leiden an Ebola, Bürgerkrieg und den Folgen. Dann setze ich meine Arbeit fort: positiv gestimmt. Und im Hinterkopf rauscht das Meer der unendlich schönen Küste Liberias.

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