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Seit 200 Jahren erprobt und für die Zukunft bereit

von Andy Roth

Das Velo – Passion, Religion oder doch eher Verkehrssünde? Auf jeden Fall ist es frei von CO2– und Lärmemissionen und kommt nur dank einem dosierbaren Mass an Körpereinsatz in Gang.

Das Velo polarisiert. In den Kommentarspalten von Tageszeitungen explodieren die Gemüter nach jedem Artikel über Zweiradfahrer*innen jeweils noch mehr als auf dem Asphalt. Auch jetzt wieder, nachdem die Verkehrsministerin das Velo in der Verfassung verankern und so Velorouten den Wanderwegen gleichstellen will (Tagi online).

In der Schweiz werden Zweiradfahrer*innen vermutlich noch lange keine niederländischen Verhältnisse geniessen. Dort schlägt die Infrastrukturministerin sogar vor, den Velofahrer*innen pro Kilometer Arbeitsweg eine Entschädigung von rund 22 Rappen zu vergüten. Kein Wunder, hat ein solches Land mehr Velos als Einwohner*innen. Zugegeben, die Höhenmeter sind allerdings kaum mit der Schweiz vergleichbar. In der Schweizer Politik nimmt die Veloförderung nur langsam Fahrt auf. Hingegen setzen sich private Verbände, etwa Pro Velo Schweiz, für die Interessen der Velofahrenden ein. Deren jährliche Challenge «Bike to Work» ging soeben zu Ende.

Dieses Jahr absolvierten anlässlich von «Bike to Work» 64 680 Teilnehmende knapp 16 Millionen Kilometer ihres Arbeitsweges mit dem Fahrrad. Panta Rhei PR war zum ersten Mal mit zwei Teams dabei und hat im Juni an 92 Prozent aller Arbeitstagen 705 Kilometer «erstrampelt». Gemäss «Bike to Work» entspricht das einer Einsparung von 101 Kilogramm CO2. Viel wichtiger als Zahlen sind aber die Glücksgefühle, wenn man sich die Vorteile vor Augen führt: Auf dem Arbeitsweg in urbanen Räumen mit zunehmend kollabierender Mobilität spart man Zeit, öffentliche Raumverdrängung – und bei vorhandener Veloinfrastruktur auch Nerven. Um den Alltagsstress abzuschütteln, genügen bereits 20 Minuten auf dem Velo und ab 40 Minuten werden sogar Glückshormone ausgeschüttet. Für die Fitness ist die gelenk- und rückenschonende Aktivität ohnehin förderlich. Das Velo meistert bereits viele Anforderungen an die Mobilität der Zukunft – und das seit über 200 Jahren.

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