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Von der Lüge der Wahrheit. Oder von der Wahrheit der Lüge?

von Anina Rether

Das «Amt für die ganze Wahrheit» steht in Lenzburg. Kein Fake. Oder doch? Nein! Und ja.
Es ist eben so eine Sache mit der grossen Schwester der Lüge. Wo die eine ist, ist die andere nicht weit. Manchmal liegen sie so nah beieinander, dass man nicht weiss, wo die eine beginnt und die andere aufhört. Und schon sind wir mitten im Dilemma – genauer, in der Ausstellung «Fake – die ganze Wahrheit» im Stapferhaus.

Schwere Kost vor dem Weihnachtsschmaus

Gemäss der Tradition von Panta Rhei PR gibt es vor dem ebenfalls traditionell verspäteten Weihnachtsessen erst noch eine Portion Geistesnahrung für die Agentur. Und so entdecken wir gemeinsam die Dienststelle für Wahrheitsfindung, lassen uns von der Kommission für Glaubwürdigkeit überprüfen und vom Lügendetektor entlarven. Und erleben dabei einmal mehr, wie schwer es fällt, im Zeitalter von «alternativen Fakten», «Lügenpresse» und Verschwörungstheorien, richtig und falsch voneinander zu unterscheiden.

Unseren täglichen Fake gib uns heute

Sicher, gelogen wurde schon immer. Aus Höflichkeit, Bescheidenheit, Eitelkeit oder Angst. Wir lügen, wenn wir uns nicht sicher fühlen oder uns selbst beruhigen müssen. Dabei schwindeln wir nicht nur andere Menschen an, sondern auch uns selbst. Gemäss Studien tun wir das sogar bis zu 200 mal am Tag (OMG!). Doch heute haben Lügen einen neuen Stellenwert: Ob in News, bei Produkten oder Social-Media-Profilen, in Politik oder Sport – so viel Fake wie heute war noch nie. Dabei zeigt eine vom Stapferhaus veranlasste Erhebung: 83 Prozent der Schweizer Bevölkerung empfinden die Verbreitung von Unwahrheiten als unmittelbare Gefahr für unsere Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Von süssen Lügen und der bitteren Wahrheit

Lüge ist, was bleibt, wenn man die Wahrheit verlässt. Wer lügt, muss also um das Wahre wissen, um es zu leugnen. Doch kennen wir sie immer, die Wahrheit? Wollen wir sie überhaupt immer wissen? Sind nicht kleine Lügen der Kit der Gesellschaft? Wo kämen wir denn hin, wenn wir uns gegenseitig immer überall die Wahrheit um die Ohren schlagen würden…

Glaubwürdigkeit als Währung der PR

Sicher, eine gute erfundene Geschichte verkauft sich oft besser als die spröde Wahrheit, wie der Fall Relotius beim Magazin Spiegel unlängst deutlich vor Augen geführt hat. Doch die beste Story ist immer noch die, die auf gekonnt erzählten Fakten besteht. Das ist auch bei Panta Rhei PR so. Unsere Währung basiert auf Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Daraus schreiben wir die schönsten Geschichten. Ungelogen.

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