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Mit Daten Geschichten erzählen

von Alessandra Gut

Geschichten begeistern. Sei es die Gute-Nacht-Geschichte vor dem Einschlafen, die Gruselgeschichte am Lagerfeuer oder ein packender Roman beim Pendeln. Im Journalismus ist Storytelling eine Kernkompetenz. Klar, kompakt und anschaulich geschriebene Texte trennen die Spreu vom Weizen. Doch nicht alle Informationen lassen sich eins zu eins in Worte fassen. Bei komplexen Daten helfen Infografiken. Diese sind allerdings eine Wissenschaft für sich.

Grafisch informieren
Damit trockene Daten wie komplexe Zahlenzusammenhänge, geografische Details oder technische Abläufe bei der Leserin, dem Leser ankommen und verstanden werden, sind gelungene Infografiken unabdingbar. Doch was meint hier «gelungen»? Dr. Raimar Heber, Art Director bei der dpa-infografik, gibt in seinem Buch «Infografik – Gute Geschichten erzählen mit komplexen Daten» sein Wissen über die Erstellung professioneller Infografiken weiter. Balken zimmern, Kurven drehen und Torten backen will gelernt sein.

Wenn Worte und Bilder versagen
Es gibt eine Vielzahl von Themen und Sachverhalten, bei denen Wort und Bild nicht ausreichen, um diese richtig respektive verständlich zu kommunizieren. Dann kommen Infografiken zum Zug. Einige Beispiele:

  •  Sichtbarmachen von Unsichtbarem (bspw. Röntgenblick in einen Körper)
  • Zeigen von Zahlen und deren Verhältnis zueinander (bspw. der Goldpreis im Verhältnis zum US-Dollar)
  • geografische Verortung von bestimmten Weltereignissen, sogenannte Locators (bspw. Kartendarstellung mit Schiffsunglück)

Gemäss Heber sind gute Infografiken Eyecatcher, Leuchtturm, Filter, Coach, Unikat und Statussymbol zugleich. Damit es aber zu einem zufriedenstellen Ergebnis kommt, müssen Auftragnehmende und Auftraggebende Klartext reden.

Briefen, was zu briefen ist
Ein enger Austausch zwischen Infografiker/-in und Auftraggeber/-in ist die Grundlage für ein geglücktes grafisches Ergebnis. Ein schriftliches Briefing soll dabei die konkrete Aufgabenstellung festhalten. Nach Herber müssen folgende Fragen geklärt werden:

  1. Ansprechpartner: Wer ist Ansprechperson auf Kundenseite?
  2. Thematik: Was ist das Thema der Infografik?
  3. Zeitvorgaben: Welche Termine sind einzuhalten?
  4. Zielgruppe: Wer soll mit der Infografik angesprochen werden?
  5. Zielmedium: Für welches Medium soll die Infografik verwendet werden?
  6. Gestaltung der Infografik: Welche externen Bedingungen (Stil, Detailtiefe, Grösse, Farbwelten etc.) liegen bereits fest?
  7. Sprache: Soll die Infografik in andere Sprachen übersetzt werden?
  8. Lieferant: Wer liefert die Daten und Texte zur Infografik?
  9. Rechte: Welche Rechte werden auf den Kunden übertragen?
  10. Sperrfristen: Müssen Sperrfristen beachtet werden?

Die zeitnahe Beantwortung der Frageliste ist noch kein Garant für eine reibungslose und gelungene grafische Umsetzung. Sie ist aber für beide Seiten eine erste Absicherung für den weiteren Verlauf. Und sie spannt den Bogen vom Geschichten erzählen mit Daten zum Storytelling mit Worten. Auch hier gilt es ähnliche Punkte zu beachten, damit die Story hängen bleibt:

«Alp-Traum Disneyland»

«Auf Augenhöhe mit dem Leser»

«STORYTELLING MIT STIL»

«GEHEIMNISSE – SCHÖN VERPACKT, HOCHWERTIG ERZÄHLT»

«DAS HANDWERK DES BÜCHERMACHENS»

Literaturangabe
Herber, Raimar (2018): «Infografik, Gute Geschichten erzählen mit komplexen Daten», Bonn: Rheinwerk Verlag.

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